Historie

Gründung am 15.06.1910 um 19:10 Uhr.

Angeregt durch zahlreiche Vereinsgründungen in den Nachbarstädten, vor allem in Hanau, begann die Schuljugend in Heldenbergen in den Jahren 1909 und 1910 mehr und mehr Interesse am Fußballsport zu finden. Entscheidend wuchs dieses Interesse zu dem Zeitpunkt, in dem der Jahrgang 1896 aus der Schule entlassen wurde. Unmittelbar nach ihrer Schulentlassung fanden sich die jungen Männer zu einer lockeren, Fußball spielenden Vereinigung ohne gewählten Vorstand zusammen.

Zur eigentlichen Vereinsgründung kam es im Juni des Jahres 1910. Ca. 40 Mitglieder traten dem neuen Verein bei. Getragen wurde der Verein von einem von uns kaum noch vorstellbaren Idealismus. Es gab weder Sportkleidung noch spezielles Schuhwerk, geschweige denn einen als solchen zu bezeichnenden Fußballplatz.

Hintere Reihe von links:
1.Vorsitzender: Wilhelm Reuß, Josef Kliem, Franz Dott, Otto Reuß, Dr.Paul Dalquen, Karl Bröder, Dr.Albert Mai, Fritz Dalguca, Theo Haas, Ernst Goy

Vordere Reihe von links:
Karl Weisbecker, Karl Kliem, unbekannt

1910

Namensgebung des Vereins

Etwa im März 1911 wurde beschlossen, dem Verein einen Namen zu geben. Die erforderliche Mitgliederversammlung wurde einberufen. Von den erschienenen 40 Mitgliedern wurden drei Vorschläge eingebracht: Sportverein, Victoria und Germania. Bei geheimer Abstimmung erhielt der Name Victoria mit 25 Stimmen die Mehrheit. Von diesem Zeitpunkt an führte der Verein den Namen FC Victoria 1910 Heldenbergen. Gleichzeitig entwarf man ein Wappen und nahm die Farben Schwarz-Rot als Vereinsfarben an. Aus Geldmangel fielen die ersten Trikots, nicht wie eigentlich beabsichtigt rot, sondern weiß aus.

1911

Der erste Weltkrieg

Wenn auch der Spielbetrieb nicht geregelt war wie heute, so war doch eine stetige Aufwärtsentwicklung unverkennbar. Eine jähe Unterbrechung dieses erfreulichen Aufstiegs brachte allerdings der Beginn des 1. Weltkrieges mit sich. Immerhin konnte in den ersten Kriegsjahren das Vereinsleben durch jüngere Männer, die nicht militärdienstverpflichtet waren, aufrecht erhalten werden. Je nach Gegebenheit traten auch nur sechs Spieler pro Mannschaft an. In den Jahren 1917 und 1918 kam der Spielbetrieb kriegsbedingt dann doch völlig zum Erliegen.

1917

Ende des Krieges

Nach Ende des Krieges fand man sich relativ schnell wieder zusammen, um gemeinsam Sport zu treiben . Der F. C. Victoria begann als erster Verein mit dem Spielbetrieb und im Jahre 1919 wurde ein zweiter Verein, der Fußballclub Melitia gegründet, der allerdings nur ein halbes Jahr bestand.

Seniorenmannschaft 1930

Hintere Reihe von links:
R. Kremer, E. Grix, M. Vollbrecht, Josef Gerlach, Jean Bastian.

Mittlere Reihe von links:
Ag. Schäfer, F. Hildebrand, Hch. Appel.

Vordere Reihe von links:
E. Appel, J. Gerlach, Karl Gerlach.

1919

Die Victoria im Ligabetrieb

Ab dem Jahre 1920 nahm der FC Victoria an den Verbandsspielen des Kreises Hanau teil.

Im gleichen Jahr wurde in Heldenbergen eine Fußballabteilung der DJK (Kath. Jugend) gegründet, die bis zum Jahre 1933 Bestand hatte.

Die "Freien Turner", die aus dem Turnverein von 1888 hervorgegangen und im Jahre 1912 neu gegründet worden waren, bildeten im Jahre 1920 (andere Quellen 1922) eine Fußballabteilung. Sie beteiligte sich mit beachtlichem Erfolg an den Verbandsspielen des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. Im Jahre 1928 machte sich die Fußballabteilung der "Freien Turner" selbständig. 1933 wurde auch dieser Verein im Zuge der so genannten Gleichschaltung aufgelöst. Ein großer Teil der aktiven Spieler schloss sich damals dem FC Victoria 1910 an.

1920

25 jähriges Jubiläum

Schon beim 25 jährigen Jubiläum führt der damalige Vorsitzende Albert May beredt Klage über fehlende schriftliche Aufzeichnungen: „...da es ja diesen jungen Leuten nur auf das Fußballspielen ankam und sie wenig Wert auf Schriftlichkeiten gelegt haben.“ Unstreitbar ist, dass im Jahre 1910 der F.C. Victoria Heldenbergen von einer Reihe fußballbegeisterter Jugendlicher gegründet wurde.

1935

Der zweite Weltkrieg

Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges nahmen Mannschaften des F. C. Victoria mit wechselndem Erfolg an den Verbandsspielen im Kreis Hanau und später im Kreis Friedberg teil.

Während des 2. Weltkrieges wuchsen die Schwierigkeiten von Jahr zu Jahr und schließlich konnte der Spielbetrieb überhaupt nicht mehr fortgeführt werden.

Das alte Umkleidehaus in der Mitte des
östlichen Hanges des jetzigen Hartplatzes.

1938

Ende des zweiten Weltkriegs

Nach Ende des Krieges regte sich recht bald wieder der Wunsch nach sportlicher Betätigung. Aufgrund entsprechender Erlasse der Besatzungsmächte war allerdings die Fortführung der Vereinstätigkeiten unter den alten Namen untersagt. So wurden die Tätigkeiten der alten Vereine in der Kultur- und Sportgemeinschaft zusammengefasst. Als eingetragener Verein bildete sie die Dachorganisation für den Fußballverein, den Gesangverein, den Radsportverein, den Karnevalsverein und den Schachverein, die ihr als selbständige Abteilungen angeschlossen waren.

1945

Die Victoria in Konkurrenz

Im Jahre 1949 wurde der F.C. Victoria in Konkurrenz zur Fußballabteilung der KSG wieder ins Leben gerufen und beteiligte sich mit zwei Mannschaften an den Verbandsspielen. Das Jahr 1950 brachte den Fußballern die Rückkehr in den Fußballkreis Hanau.

1949

Die Fusion für den Sport & Erfolg

Erste Versuche, die beiden Fußball-Vereine in Heldenbergen im Interesse der Leistungssteigerung zusammenzuführen, wurden im Jahre 1953 unternommen. Das Unterfangen konnte aber erst im Jahre 1956 erfolgreich abgeschlossen werden. In Erinnerung an die Ursprungsvereine, den Arbeiter-Sportverein und den F.C. Victoria 1910, wurde der neue Verein als SV Victoria 1910 Heldenbergen. ins Vereinsregister eingetragen.

1949

Die Erfolgsjahre

In den 50er und 60er Jahren nahm der SV Victoria mit beachtlichem Erfolg an den Verbandsrunden der A-Klasse Hanau teil. In der Tabelle war man immer auf mittleren bis vorderen Plätzen zu finden.

1950

Gewinn des Kreispokals

Gelegentliche Erfolge wie der Gewinn des Kreispokals im Jahre 1960 waren zwar erfreulich, konnten den letztlichen Abstieg aber nicht verhindern. 1964 war die Mannschaft aus der A-Klasse Hanau abgestiegen, doch durch Wechsel in die A-Klasse Friedberg konnte die Abstufung noch einmal vermieden werden. Aber auch hier wurde erst im letzten Spiel durch einen Sieg mit 3:2 gegen Niederdorfelden der Klassenerhalt gesichert.

Jugendmannschaft 1967
Hintere Reihe von links:
Betreuer: Walter Goy, Peter Schulz, Jürgen Müntz, Bernd Deutschmann, Hans Scherer, Thomas Niedernhöfer, Albert Hild, Dittmar Schüller, Willi Eichhorn, Günter Birnbaum, K. H. Meininger, Jugendleiter: Hans Mörschel.

Vordere Reihe von links:
K. H. Kremer, Hans Dieter Böhmer, Manfred Winkler, Karl Goy, Reinhold Knöll, Erich Neumann, Rudi Hoffmann, Werner Geppert, Klaus Mörschel.

1960

A-Jugend wird Kreismeister

Im Gegensatz zu dem Leistungsabfall bei den Senioren zeigten sich u. a. mit dem Gewinn der Kreismeisterschaft 1964 durch die gemischte A-Jugend erste Erfolge der intensiven Jugendarbeit, die in den fünfziger Jahren begann und mit den Namen Wilhelm Müller, Gerhard Härtlinger und Hans Mörschel untrennbar verbunden ist.

1964

Der Absteig

1966 wurde der SV Victoria wieder der A-Klasse Hanau zugeteilt. Im folgenden Jahr stieg die Mannschaft erstmals in die B-Klasse ab.

1966

Nationalspieler bei der Victoria

Während die Senioren also in den folgenden sieben Jahren in der B-Klasse spielten, wuchsen aus dem Jugendbereich Spieler heran, die durchaus das Können hatten, in höheren Spielklassen mitzuhalten. Aber das Leistungsvermögen der Mannschaften reichte nicht aus, um einen Aufstieg alleine zu erreichen. Somit war der Verein gefordert, dem allgemeinen Trend zu folgen und gezielt nach Spielern zu suchen, mit denen ein Aufstieg zu schaffen war. Diese Änderung in der Vereinsstrategie wurde unter Hans Mörschel als 1. Vorsitzenden etwa 1970 eingeleitet. Zunächst konnte mit der Verpflichtung des ehemaligen Nationalspielers Horst Trimhold, der 1971 als Trainer nach Heldenbergen kam, die Attraktivität des SV Victoria für die eigenen und für mögliche neue Spieler erhöht werden Das Zuschauerinteresse wuchs wieder und die Erste Mannschaft konnte sich auf die vorderen Plätze der Tabelle vorarbeiten.

1970

Der Aufstieg

Aber erst 1973 wurde unter dem Trainer Carl Löhning eine Mannschaft aus eigenen und fremden Kräften geformt, der dann im Spieljahr 1973/1974 der Aufstieg in die Kreisliga A gelang.

Meistermannschaft 1973/1974

Hintere Reihe von links:
Frank Stechno, Johann Niedernhöfer, Josef Gerlach, Reinhold Knöll, Günther Schott, Georg Hilß, Peter Hess, Uli Deutschmann, Gina Birk, Hans Dieter Böhmer, Trainer: Carl Löhning, Peter Beier, Albert Kremer, Hans Mörschel.

Kniehend von links:
Wolfgang Bing, Erich Scholz, Hans Wagner, Peter Eyring, Gerhard Metzlaff, Rudi Hoffmann, Thomas Niedernhöfer, Rudolf Bechmann, Günter Helmrich.

1973

Der erste Sylvesterpokal

Ende 1981 wurde erstmals der Silvester-Pokal ausgespielt. Unter dem Motto „Sport und Show für einen guten Zweck“ wird diese Veranstaltung seit nunmehr 29 Jahren jeweils „zwischen den Jahren“ durchgeführt. Klaus Mörschel vom SV Victoria Heldenbergen und Gerd Bauscher von der Eintracht Sportfreunde Windecken haben wesentlichen Anteil daran, dass viele soziale Einrichtungen mit den Erlösen aus den Eintrittsgeldern dieser Veranstaltung unterstützt werden.

1981

Neuer Schwung

Im Jahre 1982 übernahm Josef Schwägerl das Amt des 1. Vorsitzenden. Ihm folgte 1983 Norbert Schäfer. In diesem Jahre wurde die Sportanlage an der Büdinger Straße von der Stadt Nidderau an den Verein übergeben. Während der Bauzeit des Platzes wurde in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder die Umkleidekabine aus dem Jahre 1963 umfassend renoviert und erweitert. Mit der Platzübergabe konnte auch der 1. Abschnitt dieser Maßnahme fertig gestellt werden.

Neubau des Hartplatzes im Jahre 1978

1982

50 Jahre Victoria

Das fünfzigjährige Bestehen des SV Victoria wurde im Jahre 1985 mit einer ganzen Reihe von sportlichen und geselligen Veranstaltungen bis hin zum Festzug durch die Straßen Heldenbergens am Sonntag, den 30.6.1985 gefeiert. In sportlicher Hinsicht änderte sich wenig. Weiterhin wurde die Strategie verfolgt, mit eigenem Nachwuchs jeweils den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und nur gezielt und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten auf auswärtige Kräfte zu setzen. Die Platzierung der Senioren bewegte sich weiterhin im mittleren und vorderen Bereich der Kreisliga A.

1985

Die erste Damenmannschaft

Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm im Jahre 1984 Walter Goy. Er führte den Verein bis 1994. Im Mai 1985 gründete man eine Damenmannschaft des SV Victoria, die bis 1994, zuletzt in der Bezirksliga Hanau/Gelnhausen, spielte. Obwohl die Mannschaft in der Punktrunde 1993/1994 die Meisterschaft eindrucksvoll mit 36:0 Punkten und 96:4 Toren gewann, konnte für die nächste Runde keine Mannschaft mehr gemeldet werden.

Durch die Umbenennung der Kreisliga A in Bezirksliga Hanau konnten der SV Victoria Heldenbergen Ende der 80er Jahre einen Aufstieg verbuchen, der aber leider kurzfristig zurück in die Kreisliga A führte.

1985

Aufstieg in die Bezirksliga

Im Jahre 1994 wurde Helmut Lind erstmals zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er behielt dieses Amt über 15 Jahre. In der Punktrunde 1994/1995 erreichte die 1. Mannschaft den zweiten Tabellenplatz in der Kreisliga A und schaffte damit erstmals den Aufstieg in die Bezirksliga Hanau.

Leider konnte sich die Mannschaft in der Bezirksliga nicht halten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber mit Sicherheit war es seitens der Vereinsführung vernünftig, die seit Jahren praktizierte Strategie nicht aufzugeben und sich weiterhin auf eigene Kräfte zu verlassen. Lediglich im Rahmen der eigenen finanziellen Möglichkeiten investierte der Verein in fremde Kräfte.

In den folgenden Jahren wurden in der Kreisliga A Hanau wieder mittlere bis gute Tabellenplätze belegt.

1995